Chronik

Der Königsbrunner Kammerchor
Ein Rückblick

Der Chor wurde 1975 von Josef Helmut Ettl als Kirchenchor Königsbrunn gegründet und hatte als solcher primär die Aufgabe, kirchliche Feste musikalisch zu gestalten.

Aus dem Wunsch, nicht nur liturgisch tätig zu sein, entstanden die ersten Kirchenkonzerte, wie zB die Aufführung von Pergolesis „Stabat Mater“ 1981. Der Wunsch nach mehr außerkirchlichen Auftritten führte 1982 zur Gründung des Vereines bürgerlichen Rechts „Königsbrunner Kammerchor“, wobei aber der Kirchendienst nie vernachlässigt wurde.

Der Höhepunkt dieser Aufgabe war sicherlich die Aufführung der „Krönungsmesse“ von W.A. Mozart zum 10jährigen Bestehen des Chores am 18. August 1985, die vom österreichischen Rundfunk übertragen wurde.

Doch nicht nur in musikalischer Hinsicht ist der Chor mit der Kirche verbunden. Dem Chor gelang das „kleine Wunder“ dass durch Eigeninitiative und Motivationsarbeit die desolate alte Orgel in der Pfarrkirche durch eine neue Pfeifenorgel ersetzt wurde, wobei wir besonders stolz sind, durch Konzerte und auch durch mehrmalige Chorfest mehr als ein Drittel des Kaufpreises mitfinanziert zu haben. Die neue Orgel wurde übrigens am 5. Juni 1995 bei einem Festgottesdienst mit J. Haydns „Orgelsolomesse“ und einem Kirchenkonzert eingeweiht.

Zum musikalischen Konzept des Chores gehört auch die Realisierung der Passionsmusiken von J.S. Bach und Heinrich Schütz, nicht nur konzertant, sonder auch als Bestandteil der Osterliturgie. So gelangte zB die Matthäus-Passion von Heinrich Schütz am Karfreitag, 1. April 1994, zur Aufführung.

Ein weiterer kultureller Fixpunkt im Jahreskreis ist unser „Advent im G’wölb“. Seit 1991 findet alljährlich am letzten Adventsonntag des Jahres ein Konzert mit weihnachtlichen Chören und Lesungen weihnachtlicher Lyrik in einem aufgelassenen Weinkeller, dem G’wölb, statt. Dieses Weihnachtssingen ist längst zur Institution geworden und weit über unseren Bezirk bekannt.

In letzter Zeit zeichnete sich im Chor eine neue Entwicklung ab. Wir haben die Liebe zum großen weltlichen Chorkonzert entdeckt. Begonnen hat es mit einem Konzert anlässlich der Komponisten-Jubiläen 1997, Schubert – Mendelssohn – Brahms, unter dem Titel „Viva la musica“ am 22. Juni 1997.

Der große Erfolg des Konzertes ermunterte uns für 1998 ein neues Projekt in Angriff zu nehmen. Unter dem Titel „Die schönsten Melodien aus Oper und Operette“ wagte sich der Chor bei einem „Open Air Konzert“ in Hippersdorf (Plexental) an Bühnenwerke wie „Nabucco“, „Troubadour“ und die „Fledermaus“.

Der Erfolg beim Publikum war so groß, dass ein weiteres Freiluftkonzert am 19. Juni 1999 unter dem Titel „Ein Strauß für Strauß“ in Utzenlaa folgte. Der Melodienreigen des Walzerkönigs umfasste Ausschnitte aus den Operetten „Die Fledermaus“, „Der Zigeunerbaron“ oder „Eine Nacht in Venedig“ sowie Walzer, Märsche und Polkas.

Im Jahr 2000 wurde das 25jährige Chor-Jubiläum gefeiert. Höhepunkt des Jubiläumsjahres bildete die Aufführung der „Krönungsmesse“ von W.A. Mozart sowie die musikalische Darbietung von Werken der Komponisten Haydn und Händel im Rahmen eines Festgottesdienstes am 15. August 2000.

Das Jahr 2001 war v.a. den Komponisten Bach, Brahms und Bruckner mit einem Chor-Orgelkonzert gewidmet.

Ganz der geistlichen Musik hat sicher Chor wieder 2003 mit dem Kirchenkonzert „Musica Sacra“ verschrieben, bei dem ua Werke von Bruckner, Meldelssohn Bartholdi und Gounod zur Aufführung gelangten. Höhepunkt dieses Konzertes bildete die Aufführung der „Missa Criolla“ von Ariel Ramirez.

Angesichts der Erfolge der Freiluftkonzerte wurde 2004 ein Frühlingskonzert veranstaltet: „Die bekanntesten Chöre, Arien aus Oper und Operette, Polkas, Walzer und Märsche von Johann Strauss“. Das Frühlingskonzert fand vor dem Jaghaus Eleonorehain in den Donau-Auen statt und hat viele Besucher angelockt. Die tolle Abendstimmung machte das Konzert zu einem wunderschönen Erlebnis, sowohl für die Musiker als auch für das Publikum.

Im Jahr 2005 stand das 30jährige Chorjubiläum bevor. Das Highlight dieses Jubiläumsjahres war die Darbietung der Carmina Burana von Carl Orff. Das Stück wurde gemeinsam mit dem Jugendchor Langenlois einstudiert und zweimal aufgeführt: zunächst als Open Air in Königsbrunn und in weiter Folge in der Reitschule Grafenegg. Die Aufführung in Königsbrunn musste zwar wegen Gewitter abgebrochen werden. Die gewaltigen Stücke von Orff vor dieser Gewitter-Kulisse waren aber einmalig.

Im Jahr 2007 hat sich der Kammerchor wieder der geistlichen Musik verschrieben und im Herbst das Konzert „Cantate Domino“ veranstaltet. Eben im Herbst dieses Jahres haben wir den 60. Geburtstag unseres musikalischen Leiters und Mitbegründers, Helmut Ettl, gefeiert. Leider ist unser Helmut Ettl im Februar 2008 nach schwerer Krankheit sehr plötzlich und unerwartet verstorben. Sein Tod hat eine große Lücke in unser Chorleben gerissen. Das Bestehen des Königsbrunner Kammerchores und sein Erfolg sind und waren untrennbar mit ihm verbunden.

Wie ging es 2008 weiter:
Nachdem Helmut Ettl die Carmina Burana mit dem Chor so professionell einstudiert hatte, konnte der Chor zusammen mit weiteren 14 Chören und der Tullner Blasmusik dieses Meisterstück auf der Tullner Donaubühne veranstalten. Insgesamt nahmen rd. 300 Musiker an diesem Projekt teil; rd. 3000 Zuhörer besuchten diese Auftaktveranstaltung in Tulln. Bereits einige Tage zuvor wurde das Werk im Rahmen des „Mostviertel Viertelfestivals“ aufgeführt.

Ab Oktober 2008 wurde der Königsbrunner Kammerchor von Hr. Mag. Johannes Kobald geleitet. Nach fast fünf Jahren ersprießlicher Chorarbeit, in denen z. B. auch die Misa Criolla wieder aufgeführt  wurde, legte Johannes Kobald im Mai 2013 die Chorleitung  in die Hände von Andreas Salzbrunn. Seit Jänner 2014 ist Cornelia Rupert Chorleiterin des Königsbrunner Kammerchores.