Beitrags-Archiv für die Kategory 'Lyrik'

Abschied

Sonntag, 27. Oktober 2019 7:54

Hoch noch der Mais, doch fahl bald das Gras.

Erkahlend der Acker am Rande der Zeit.

Und sorglos sich paarend die Eintagsfliegen,

Leichtflügelig taumelnd ins Ende des Seins.

Verspätet sind wieder die Admiräle,
Umflügelnd die Blüten und träumend vom Süden,
Da hierorts herbstlich die Stürme bald wüten.
Und allzu strahlende Gedanken
Umwuchern unruhig die dunkelnde Zukunft.

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Es ist eine alte Geschichte

Samstag, 30. Mai 2015 20:00

“Ich lieb’ dich!” hast du nie gesagt,
Du labtest mich mit Küssen.
“Liebst du mich?” hab’ ich nie gefragt.
Ich glaubte es zu wissen.

Und was in deinen Augen stand,
Hab’ glücklich ich gelesen.
Was ich in deinen Augen fand:
Druckfehler sind’s gewesen.

Du schriebst in deinem ersten Brief:
“Dich werd’ ich immer lieben.”
Das band dich nicht, du hast den Brief
Ja auch nicht unterschrieben.

Nach ein paar Wochen hast du dich
An andre ‚rangeschmissen.
Du unterhieltst dich königlich,
Ich fühlte mich beschissen.

„Es ist nur Spaß, es ist nur Spiel!“
Hast du dich stets entschuldigt
Mir wurde es dann bald zuviel,
Ich hab‘ dem Wein gehuldigt.

Schlußendlich hast du dich liiert
Mit einem reichen Linzer.
Ich hab mich umorientiert
Und steh‘ jetzt mehr auf Winzer.

 

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Eisen, schenk! oder: Günstige Zeit, Versprechen einzulösen

Mittwoch, 21. Januar 2015 22:25

Eisen, schenk! Eisen, schenk!
Deines Worts sei eingedenk,
’s heißt sonst gleich, Du hättst’s gebrochen.
Schenke doch, was du versprochen!
Weißt Du noch die Jammerei
Deiner VS Nummer zwei?
„Wofür braucht’s a Bücherei?
Ebooks sind der letzte Schrei!“
„Fein, und lesen tun wir die
Mit schwarzer Parteimagie?“
Versprechen hält man nun einmal
Am besten erst nach einer Wahl,
Wenn man sie dann noch halten kann –
Denn vorher sind die Wähler dran.

Thema: Literatur, Lyrik, Menschlichkeit, Politik | Kommentare (1) | Autor:

Aum Häulign Ohmd

Montag, 23. Dezember 2013 15:36

Wia hob i ois Bua
Mi aufs Christkindl gfreid.
Aufregend woas scho,
Doch ned hetkisch wia heid.

I hob ned gscheid gschlofn
Voa da Häulign Nochd;
Do hod d’Mama an Mohn-
UND an Nußschdrudl gmochd.

An Fisch zu Mittog,
A Paarl Wiaschdln auf d’Nochd
Vü mea Schpompanadln
Hauma ned gmocht.

(Obwoi i dea Nochd
In Betlehem
Hods ned amoi
De Wiaschdln gebm.)

Aun dem Dog, do woas ruhich,
Und aum Ohmd, do woas schdüh,
Wäu ma des Christkindl
Doch klingln hean wü.

Heid schdöhns im Oktowa
Scho d’Nigolo auf,
Damid i recht vüh
Von dem Glumpad kauf.

Ob November plärrt
Stille Nochd, Häulige Nochd
Aus de Laudschbrecha, daß da
Des Oawaschl grochd!

Beim Glühweinschdaund schdehd ma,
Redt vom Kaufn und Gööd
Und zünd’t si an Tschick au
Min Liachd da Wöd!

Bescheidna woas friaha,
Und a bißl mea schdüh,
Bißl weniga Gschäft
Und a bißl mea Gfüh.

Wia hob i ois Bua
Mi auf Weihnochdn gfreid,
Domois woa nu a Ruah
In da schdülln Zeid!!

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Letzte Libelle

Sonntag, 17. November 2013 19:57

Leichtflügelig du
Und schwerbeherzt ich –
Im November! – Libelle,
Erfreust Du mich.

Bewegst dich flink und stehst doch still
Im Schweben.
Steh nur, du hältst die Zeit nicht auf.
Zu schnell verfliegt ein Sommer,
Viel eher, als man will,
Und schneller noch das Leben.

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