Beitrags-Archiv für die Kategory 'Allotria'

Aum Häulign Ohmd

Montag, 23. Dezember 2013 15:36

Wia hob i ois Bua
Mi aufs Christkindl gfreid.
Aufregend woas scho,
Doch ned hetkisch wia heid.

I hob ned gscheid gschlofn
Voa da Häulign Nochd;
Do hod d’Mama an Mohn-
UND an Nußschdrudl gmochd.

An Fisch zu Mittog,
A Paarl Wiaschdln auf d’Nochd
Vü mea Schpompanadln
Hauma ned gmocht.

(Obwoi i dea Nochd
In Betlehem
Hods ned amoi
De Wiaschdln gebm.)

Aun dem Dog, do woas ruhich,
Und aum Ohmd, do woas schdüh,
Wäu ma des Christkindl
Doch klingln hean wü.

Heid schdöhns im Oktowa
Scho d’Nigolo auf,
Damid i recht vüh
Von dem Glumpad kauf.

Ob November plärrt
Stille Nochd, Häulige Nochd
Aus de Laudschbrecha, daß da
Des Oawaschl grochd!

Beim Glühweinschdaund schdehd ma,
Redt vom Kaufn und Gööd
Und zünd’t si an Tschick au
Min Liachd da Wöd!

Bescheidna woas friaha,
Und a bißl mea schdüh,
Bißl weniga Gschäft
Und a bißl mea Gfüh.

Wia hob i ois Bua
Mi auf Weihnochdn gfreid,
Domois woa nu a Ruah
In da schdülln Zeid!!

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Impertinenz

Sonntag, 6. Oktober 2013 17:13

Georg Christoph Lichtenberg erwähnt in seinen Sudelbüchern einen, der so belesen war, daß er jedes Mal „Agamemnon“ statt „angenommen“ las (Quelle auf Zeno).

Heutzutage trifft man wohl eher Deppen, die „Internetprinz“ statt „Impertinenz“ lesen.

Thema: Allgemein, Allotria, Aphorismen, Literatur, Sprache | Kommentare (0) | Autor:

Zum Muttertag

Sonntag, 12. Mai 2013 18:07

Die Mutter sinnt im Stillen:

Ich liege schon seit Stunden wach
Und tu, als ob ich schliefe:
Der Tag war von Beginn an flach,
Ging niemals in die Tiefe.

Der Toast ist sicher angebrannt,
Es riecht schon stark nach Kohle.
Jetzt kommen sie gleich angerannt
Und singen mir zum Wohle.

Sie singen „Liebste Mutter mein“
Und andre seichte Sachen.
Wär‘ mein Gehör nicht gar so fein,
Es wäre fast zum Lachen.

Gleich bringen sie den Kuchen rein,
Der liegt mir dann im Magen.
Es kann auch eine Pizza sein –
Genau kann man’s nicht sagen.

Ob sie jetzt endlich fertig sind,
Die Küche zu versauen?
Putzen – das weiß ja jedes Kind -,
Das ist das Los der Frauen.

Der Muttertag ist wunderbar
Beschissen und entbehrlich.
Ach, ehrt mich doch das ganze Jahr,
Und stiller, dafür ehrlich.

 

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Die Verzungsstimme

Freitag, 1. März 2013 17:37

„Nutzen Sie daher Ihr Recht, zu wählen. Und nutzen Sie die Möglichkeit, unseren Landeshauptmann direkt zu wählen.“ Das sagt uns die landtagswahlwerbende Broschüre „aktuell“ der ÖVP Königsbrunn am Wagram.

Natürlich regt sich die SPÖ Königsbrunn darüber auf und meint in ihrem „Punktgenau“: „Der Landeshauptmann ist bei der Landtagswahl NICHT direkt zu wählen.“

Der angefochtene Satz ist zumindest zweideutig, und ganz unrecht hat die ÖVP-Broschüre nicht. Denn am 3.3.2013, ist – ob es einem paßt oder nicht – der blau-gelbe „Schau’n Sie“ – noch – unser Landeshauptmann. Und diese persona magis vel minus grata kann man direkt wählen, indem man ihr eine Vorzugsstimme gibt. Semantisch läßt sich der Satz insofern also durchaus mit der Niederösterreichischen Landesverfassung in Deckung bringen. Pragmatisch ist es wohl richtig: die ÖVP spielt mit der verfassungsrechtlichen Ignoranz der Bevölkerung und insinuiert, die Landtagswahl sei eine Wahl des Landeshauptmannes und NICHT des Landtags.

Was aber neu ist – und mit der Landesverfassung NICHT kongruent -, ist die „Verzungsstimme“.

Was ist das für ein neues Verfassungsrechtsinstitut, die „Verzungsstimme“? Eine Stimme, die man abgibt, um sich gleich darauf auf die Zunge zu beißen, weil man sie falsch abgegeben hat? Könnte gut sein. Oder eine Stimme, die nicht zählt, weil man sich eigentlich „verzungt“, also versprochen, hat? Auch in Ordnung, wenn das nur für die auf die ÖVP-Kandidaten entfallenden „Verzungsstimmen“ gilt. Ansonsten, würde ich sagen, braucht es schon einen Stopper für diese schleichende Verfassungsänderung durch die ÖVP.

Vielleicht ist es aber nur ein Schreibfehler. „Vorzugsstimme“ ist immerhin ein schwieriges Wort, da darf man schon zwei Fehler machen, zumal als Politiker.

Verzungsstimme

Verzungsstimme

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Die Namen der Katzen

Freitag, 1. Februar 2013 3:55

Unsere fünf Katzen heißen:

Tiger
Herkules
Rufus
Schnuppus
Kritzer Pieperitz
Krillo
Krallo
Hornbach
Wawolito
Volpone
Minima
Kitzekatze

Wieso, fragt ihr? Na, wenn, wie schon Thomas Stearns Eliot in seinem „The Naming Of Cats“ sagte, jede Katze drei Namen haben darf, geht es sich doch aus, rein rechnerisch, daß fünf Katzen zwölf Namen haben.

 

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