Beitrags-Archiv für die Kategory 'Prosa'

Kunst als konservierte Gegenwart

Dienstag, 2. April 2013 17:35

Daß es Vergangenheit gibt, als Kategorie der Zeit, erhellt der Verlust eines Fingers mehr als das Wissen um die ganze römische Geschichte. Daß Caesar wirklich gelebt hat, ist nicht so sicher wie die Tatsache, daß man nur mehr mit dem Zeigefinger der linken Hand nasenbohren kann.

Die Zukunft wird immer kleiner, so man sie sich als riesige Wurst vorstellt, davon die Zeit Scheibchen für Scheibchen abschneidet. Wahrscheinlicher aber ist, daß die Zukunft unendlich ist, wenn man die Zeit als ens per se betrachtet.

Was aber ist Gegenwart? Ein Schauplatz, auf dem sich die Zukunft manifestiert und zum Vergangenen wird. Ein winziger Schnittpunkt, wo sich die Zukunft mit der Vergangenheit trifft. Die Zukunft wird also zur Vergangenheit. Wie lange dauert aber die Gegenwart? Dauert sie überhaupt? Kunst ist das Ergebnis des Dranges, Gegenwart zu schaf­fen. Kunst soll einen Zustand konservieren und ihn beliebig oft wiederholbar machen. So verschieden auch die Interpretationen sein mögen, so sicher entwickelt sich aus der Wiedergabe, aus jedem Aufnehmen eines Kunstwerks der Geist, die Idee, der Wille des Künstlers. Es kommt nicht auf den Aufnehmenden an. Der Künstler aber hat erreicht, was er wollte: sein zu können, wenn er nicht mehr ist.

Thema: Literatur, Philosophie, Prosa | Kommentare (0) | Autor:

Die Namen der Katzen

Freitag, 1. Februar 2013 3:55

Unsere fünf Katzen heißen:

Tiger
Herkules
Rufus
Schnuppus
Kritzer Pieperitz
Krillo
Krallo
Hornbach
Wawolito
Volpone
Minima
Kitzekatze

Wieso, fragt ihr? Na, wenn, wie schon Thomas Stearns Eliot in seinem „The Naming Of Cats“ sagte, jede Katze drei Namen haben darf, geht es sich doch aus, rein rechnerisch, daß fünf Katzen zwölf Namen haben.

 

Thema: Allotria, Literatur, Prosa, Schnurrlinge | Kommentare (0) | Autor:

Hohltöner

Samstag, 27. August 2011 5:54

Es gibt Menschen, die klingen hohl, wenn man an sie klopft. Sie klingen auch hohl, wenn man NICHT an sie klopft, denn sie sind nicht nur Hohlklinger, sondern auch Selbstklinger, Idiophone, sie klingen ungefragt.

Man kann sich am besten vor ihnen und dem, was sie sagen, schützen, wenn man die sicheren Kennzeichen kennt.

Sehr oft sind es sind die Sinn-Macher, die NOT-Wender, die Bereits-Schoner und Bloß-Nurer, die Auf-Einen-Zu-Kommer, die Realisierer.

Alle sind sie Nachplapperer, sie denken nichts, sie sagen nichts, sie reden nur. Seid gewarnt vor ihnen, es sind ihrer bereits sehr viele! Und letztens sind die Rettungsschirmlinge dazugestoßen.

Thema: Allgemein, Allotria, Gesellschaft, Literatur, Prosa | Kommentare (0) | Autor:

Diva Krallas oder Unsre Wagramwalze

Montag, 5. April 2010 16:47

Unser birnenförmiger Katzenkater Topolino vulgo Krallo vulgo Hornbach vulgo Wagramwalze vulgo WaWa vulgo Wawolito hat sich vor das Katzenkisterl drapiert. Wie eine javanische Warzenschlange ergießt sich der Wagramwalze weiche warme Wattewampe über den Teppich. Wie eine verfettete Diva sieht er aus. Schläfrig zwinzelt er mich an. Weiterlesen

Thema: Allotria, Literatur, Prosa, Schnurrlinge | Kommentare (0) | Autor:

Wie soll die Katze heißen?

Sonntag, 15. Februar 2009 19:24

Nachdem wir vor drei Monaten unser jüngstes Familienmitglied, eine rote Tigerkatze, auf dem Dachboden aufgelesen hatten, tauften wir es „Topolino“, weil es grad so groß wie eine kleine Maus war – na ja, etwas größer vielleicht.

Dann, als der kleine Ganove begann, seine Krallen gegen meine Haut einzusetzen, nannte ich ihn, frei nach dem dreckigen Gangster Kater Carlo, Kater Krallo. Das ergab überdies ein sich perfekt reimendes Grußwort: „Hallo, Krallo!“.

Jetzt, da sich das Mistvieh den ganzen Tag mit annähernd Lichtgeschwindigkeit durch das Haus bewegt, hier einen Wollfaden jagt, dort überprüfen muß, was sich unter dem Teppich befindet, da es also für ihn immer was zu tun gibt, überlegen wir uns einen neuen Namen: ich denke, wir werden ihn Hornbach nennen.

Thema: Allotria, Prosa, Schnurrlinge | Kommentare (0) | Autor: